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Mittelstand 4.0: Das digitale Baugenehmigungsverfahren

Land, Landkreise, Städte und Gemeinden in Sachsen-Anhalt wollen Baugenehmigungsverfahren so weit als möglich digitalisieren. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen, die Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt und das BIM-Cluster Sachsen-Anhalt unterstützen dies. Zu einem ersten Informations- und Erfahrungsaustausch unter Federführung des Landkreistages Sachsen-Anhalt kamen Bedienstete, Akteure und Praktiker aus dem ganzen Bundesland. 

Die Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens und damit letztlich der Bauverwaltungen wird allgemein als wesentlich für das digitale Planen, Bauen und Betreiben betrachtet. Denn nur wenn die digitalen Planungs- und Baudokumentationen auch bei den öffentlichen Stellen digital eingereicht und dort entsprechend digital verarbeitet und weitergereicht werden können, lassen sich teure und ineffiziente Medienbrüche vermeiden. Für bauvorlageberechtigte Ingenieure, Architekten und Prüfingenieure, die bereits digital arbeiten, ergeben sich (noch immer) teure Doppelarbeiten, weil ihre digitalen Unterlagen nicht bei den Verwaltungen eingereicht werden können.

Das Land Sachsen-Anhalt möchte das digitale Baugenehmigungsverfahren vorantreiben und erst kürzlich trafen sich gut 80 Bedienstete von Landes-, Landkreis- und kommunaler Bauverwaltungen zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch in Magdeburg, um sich über die Erfahrungen aus anderen Bundesländern zu informieren und die Einschätzung von Bauvorlageberechtigten der Ingenieurkammern und der Architektenkammer. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen unterstützt gemeinsam mit der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt und dem dortigen BIM-Cluster die Einführung digitaler Abläufe im Land.

Dass digitales Zusammenarbeiten mit öffentlichen Bauverwaltungen möglich ist und gut funktioniert, zeigt das Beispiel des Landkreises Lüchow-Dannenberg aus Niedersachsen. Der Leiter des Bauordnungsamtes, Manfred Haacke berichtete über seine Praxiserfahrungen und ermunterte in der Diskussion, das digitale Baugenehmigungsverfahren umzusetzen: „Nicht lange abwarten, einfach machen!“, so das Fazit aus seiner Praxis. Vorgaben dafür sind unter anderem durch den Standard XBau des IT-Planungsrates von Bund und Länder erarbeitet worden. Ulrike Jahn-Riedel vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, das im IT-Planungsrat federführend für XBau zuständig ist, berichtete über den Stand der Digitalen Baugenehmigungsverfahren auf Bund-Länder-Ebene.

Dass Sachsen-Anhalt ehrgeizig sein möchte, unterstrich bei der Veranstaltung Staatssekretär Dr. Sebastian Putz aus dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr. Er erinnerte in seinem Grußwort an die Verabschiedung des E-Government-Gesetz am 19. Juli 2019, wonach alle Verwaltungsstellen im Lande angehalten werden, künftig digital und damit effizient und dienstleistungsorientiert zu arbeiten. 

Im Land Sachsen-Anhalt unterstützen sowohl die Ingenieur- wie auch die Architektenkammer das digitale Baugenehmigungsverfahren. Bei der Informationsveranstaltung in Magdeburg betonten beide Kammern, dass sie die Einführung auch aktiv begleiten möchten. So verspricht sich Prof. Axel Teichert, Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt, eine spürbare Entlastung der Planungsbüros und eine Beschleunigung der Prozesse. Susanne Rabe, Geschäftsführerin der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt, berichtete von Erfahrungen und Erwartungen aus der Praxis: „Was bisher einfache CAD-Zeichnungen waren, sind heute schon in vielen Ingenieurbüros komplexe intelligente digitale Gebäudemodelle, die im Zusammenspiel verschiedener Fachplaner entworfen werden. Da ist nicht mehr erklärbar, dass diese digital erstellten Planungen und Anträge von den Bauverwaltungen nicht weiterverarbeitet werden können. Das hemmt Bauabläufe und bindet unnötig Ressourcen.“ 

Quelle: https://www.kompetenzzentrum-planen-und-bauen.digital/kos/WNetz?art=News.show&id=485&pk_campaign=newsletter_1_2019-08-21&pk_kwd=Das+digitale+Baugenehmigungsverfahren